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Bauratgeber / Mineralische Baustoffe

Lehm

Lehm hat hervorragende feuchtigkeitsregulierende und wärmespeichernde Wirkung und sorgt für ein gutes Raumklima. Gerade in Holzbauten eignen sich Lehmprodukte zur Verbesserung der Wärmespeicherfähigkeit (Vermeidung von "Barackenklima") und zum Schallschutz. Lehm ist in Deutschland für statische Zwecke bis jetzt noch nicht zugelassen, allerdings laufen Zulassungsverfahren für verschiedene Lehmsteine. Er ist aber geeignet zur Ausfachung von tragenden Holzkonstruktionen oder zum Aufmauern von nichttragenden Innenwänden. Lehmputze können auch auf konventionelle Mauersteine - außer Beton - aufgetragen werden. Lehm bleibt auch nach Trocknung feuchtigkeitsempfindlich. Lehm schwindet beim Trocknen, was zu Rissen führen kann und Nacharbeit notwendig macht, und braucht bei traditioneller feuchter Verarbeitung einige Wochen mit warmen Temperaturen zum Austrocknen. Der Trend geht deshalb in Richtung Lehm-Trockenbau unter Verwendung von vorgefertigten, luftgetrockneten Lehmbaustoffen. Lehm hat keine gute Wärmedämm-Eigenschaften. Auch Leichtlehme mit Zusatz von wärmedämmendem organischen Material oder anderen Dämmstoffzusätzen sind nicht so herzustellen, dass normal starke Außenwände ohne Zusatzdämmung möglich sind. Als Kombinations-Dämmstoffe eignen sich vor allem Schilfrohr, Holzweichfasern oder mineralische Schüttungen.

Nachdem man lange Zeit Lehm nur als selbst anzumischenden Aushub oder als ungebrannten und luftgetrockneten "Grünling" aus der Ziegelproduktion kannte, haben sich in den letzten Jahren verschiedene Hersteller in Deutschland an die Fertigung von Serienbaustoffen aus Lehm gemacht. So gibt es Lehmsteine, versetzt mit Holzstücken zur besseren Haltbarkeit oder Leichtlehmsteine mit Stroh, Perlite, Blähton oder Kork zur Verbesserung der Wärmedämmung. Fertig angemischte Leichtlehme für eine traditionelle Verarbeitung als Stampflehm oder zur Verarbeitung mit modernen Putzmaschinen verringern das Risiko bei der Verarbeitung. Neuerdings gibt es auch Lehmbauplatten aus Leichtlehm, Jutegewebe sowie Schilfrohr als Stabilisator, die wie normale Bauplatten für den Innenausbau verwendet werden können. Ebenso schwere Hurdis aus Lehm, die in Holz-Deckenkonstruktionen für die notwendige Masse sorgen.

  • Leichtlehm: Wärmeleitfähigkeit 0,30 - Rohdichte 800 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 30 kWh/m³
  • Strohlehm: Wärmeleitfähigkeit 0,70 - Rohdichte 1400 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 25 kWh/m³

Ziegel

Ziegel werden aus einer Mischung von Lehm und Ton, neuerdings unter Beifügung von porosierenden Stoffen wie Sägemehl und Zellulose (System Unipor) oder Polystyrolkügelchen (System Poroton), hergestellt. Die Masse wird als endloser Strang durch ein Mundstück gepreßt, das die äußeren Wände und die Lochung des späteren Ziegels schon ausformt, und dann abgeschnitten. Die Rohlinge werden zunächst in einer Trockenkammer vorgetrocknet, die durch die Abwärme des Brennofens geheizt wird, danach bei 800 bis 1200° C fast drei Stunden in einem Tunnelofen gebrannt. Dabei verbrennen die Beimischungen und hinterlassen winzige Hohlräume, die wärmedämmend wirken. Es entstehen aber Emissionen von Benzol und Styrol bei Vermischung mit Polystyrol bzw. von Phenol und Formaldehyd bei Zellulose.

Diese Giftstoffe müssen wie andere Abgase aus der Verbrennung durch entsprechende Filter aufgefangen werden, sie bleiben jedoch nach verschiedenen Untersuchungen nicht im fertigen Ziegel zurück. Die Porosierungsmittel stammen überwiegend aus Recyclingmaterial (Altpapier, Sägewerksreste, Polystyrolsammlung).

Am Beispiel dieses klassischen Wandbaustoffs, der schon seit 5000 Jahren überall auf der Welt Verwendung findet, ist die Entwicklung immer leichterer Steinformate zur Erhöhung der Wärmedämmfähigkeit gut abzulesen. Hat man in der Vergangenheit selbstverständlich mit Vollziegeln gearbeitet, so kamen in den letzten 40 Jahren immer mehr Löcher in die Ziegel, so daß sie heute schon nur noch aus einem Gitter von dünnen Ziegelstegen bestehen. Gleichzeitig wurden verstärkt porosierende Stoffe zugesetzt. Dabei befinden sich die Hersteller auf einer ständigen Gratwanderung zwischen dem Bemühen, durch möglichst viel Luft in der keramischen Masse eine so gute Wärmedämmung zu erreichen, daß es möglich bleibt, traditionelle einschalige Außenwände ohne Zusatzdämmung zu errichten, und der Notwendigkeit, daß diese leichten Steine auch noch eine hinreichende statische Festigkeit aufweisen.

Vollziegel gibt es hingegen heute nur noch als Klinker, die, um besondere Widerstandsfähigkeit zu erreichen, noch besonders heiß gebrannt (gesintert) werden und dann für schützende Vormauerungen, Verblendungen und als Kaminsteine Verwendung finden. Um die Verwendung von Ziegeln in zweischaligen Mauerwerkskonstruktionen zu fördern, hat sich in Deutschland ein "Markenzeichen zweischaliges Bauen mit Backstein" etabliert.

  • Porenhochlochziegel: Wärmeleitfähigkeit 0,20 (Wabenziegel 0,14) - Rohdichte 700 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 450 kWh/m³
  • Leichthochlochziegel: Wärmeleitfähigkeit 0,45 - Rohdichte 1000 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 700 kWh/m³
  • Mauerziegel: Wärmeleitfähigkeit 0,68 - Rohdichte 1600 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 1200 kWh/m³
  • Klinker: Wärmeleitfähigkeit 0,96 - Rohdichte 2000 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 1700 kWh/m³

Kalksandstein

Branntkalk (8 %) und Quarzsand (92 %) werden in einem bereits 1880 patentierten Verfahren unter Zugabe von Wasser vermischt, in Steinpressen zu Rohlingen geformt und in einem Kessel 4 bis 8 Stunden bei ca. 200° C unter Dampfdruck gehärtet (Autoklav-Prozess). Dabei löst sich Kieselsäure aus dem Sand und bildet mit dem gelöschten Kalk kristalline Verbindungen, die den Sand zusammenhalten. Sowohl bei der Produktion wie bei der Verarbeitung entstehen keine gefährlichen Emissionen, das Endprodukt ist frei von Schadstoffen, der Energiegehalt ist weit niedriger als bei Ziegeln.

Kalksandsteine sind schwer und eignen sich daher gut als Wärmespeicher und zur Schalldämmung. Sie sind zum Teil rationell in großen Formaten mit Dünnbettmörtel oder unvermörtelten Stoßfugen zu vermauern. Wegen des hohen Gewichts stellen größere Formate eine Belastung für die Maurer dar, es empfiehlt sich, mechanisches Hebezeug zu verwenden. Die Feuchtigkeitsaufnahme ist um drei Viertel geringer als bei Ziegeln, aber in Verbindung mit Putz für die Innenklimatisierung ausreichend. Kalksandsteine sind um ca. 1/3 billiger als Ziegel.

Allerdings weisen Kalksandsteine eine sehr schlechte Wärmedämmfähigkeit auf. Sie dürfen für Außenwände nur in Verbindung mit einer zusätzlichen Wärmedämmung verwendet werden - sei es als außen angebrachtes Verbundsystem, meist unter Verwendung ökologisch fragwürdiger Materialien, oder in einer zweischaligen Konstruktion, wie sie vor allem in Norddeutschland gebräuchlich ist. In einer solchen Konstruktion lassen sich sehr gute Dämmwerte zu einem vertretbaren Preis erreichen. Insbesondere kommt hier der Preisvorteil des Kalksandsteins gegenüber dem Ziegel deutlich zum Tragen, ebenso der deutlich geringere Primärenergiegehalt.

  • Kalksandlochsteine (KSL): Wärmeleitfähigkeit 0,70 - Rohdichte 1400 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 350 kWh/m³
  • Kalksandvormauersteine (KSVm): Wärmeleitfähigkeit 1,10 - Rohdichte 2000 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 500 kWh/m³

Leichtmauersteine

Leichtbetonsteine werden aus Zement und einem leichten körnigen Material wie Bims oder Blähton unter Zugabe von Wasser hergestellt. Während auf die ökologischen Bedenken gegenüber Zement schon verschiedentlich hingewiesen wurde, sind die verwendeten Leichtzuschläge (Bims, Blähton) sehr unterschiedlich zu bewerten.

Naturbims ist ein poröses Vulkangestein, das in Deutschland vor allem im Neuwieder Becken, in Eifel und Westerwald abgebaut wird. Da der Abbau mit Naturzerstörung verbunden ist, die natürlichen Vorkommen begrenzt sind und die derzeit ausgebeuteten Bimslagerstätten in 25 Jahren erschöpft sein werden, ist die Zukunft dieses Rohstoffs in Deutschland ungeklärt. Naturbims weist zudem eine erhöhte Radioaktivität auf. Es gibt allerdings auch in geringeren Mengen Hüttenbims als aufbereiteten Reststoff aus der Stahlproduktion. Der Vorteil von Bimsbetonsteinen liegt im geringen Primärenergieeinsatz, der der günstigste von allen Mauersteinen ist.

Blähton wird nach verschiedenen Verfahren durch Aufschäumen von Tonmaterial und anschließendes Brennen hergestellt. Der Herstellungsprozeß kostet verhältnismäßig viel Energie. Bimsbeton- und Blähtonbetonsteine erreichen sehr gute Wärmedämmwerte bei gleichzeitig bester Schalldämmung aller einschaligen Konstruktionen. Die Hersteller waren Pioniere bei der Erfindung großformatiger Mauersteine. Die seitliche Verfugung erfolgt häufig in einem mörtelsparenden Verzahnungssystem. Es gibt aus Leichtbeton auch zum Teil mit Stahleinlagen bewehrte Bauelemente wie Wand- und Dachplatten, Fertiggiebel, Fertigteildecken, Fertigstürze und Rolladenkästen. Kritisch zu betrachten ist an erster Stelle der Anteil von 30 % Zement als Bindemittel.

Kalksandleichtsteine werden nur in Deutschland und erst seit kurzer Zeit angeboten. Sie werden wie Kalksandsteine im Autoklav-Verfahren hergestellt, aber mit einem Zuschlag aus Blähton in der Größenordnung von 90 % des Volumens versehen. Bisher gibt es für dieses Material nur einen Hersteller aus Nordbayern, weshalb es zur Zeit nicht überall verfügbar ist. Kalksandleichtsteine weisen ähnliche Eigenschaften wie Leichtbetonsteine auf, nur dass sie nicht mit Zement, sondern mit dem unbedenklicheren Kalk als Bindemittel arbeiten und auch keine erhöhte Radioaktivität aufweisen. Kalksandleichtsteine gibt es auch als 1/3-geschoßhohen Großbaustein oder sogar als individuell vorgefertigtes Maßbauteil, was erhebliche Kosteneinsparungen im Massivbau verspricht.

Porenbeton, besser bekannt unter den Markennamen Hebel oder Ytong, besteht aus einer Mischung von

  • 50 bis 60 % Quarzsand
  • 20 bis 30 % Zement
  • 10 bis 20 % Kalk und
  • geringen Mengen Gips oder Anhydrit.

Die Masse wird unter Zugabe von Wasser mit 0,1 % Aluminiumpulver oder -paste vermischt. Das Aluminium bewirkt eine chemische Reaktion in der Masse, bei der unzählige Luftporen entstehen und sie auf das fünffache Volumen aufgebläht wird. Die halbfeste Masse wird in Form geschnitten und anschließend bei etwa 180° C im Autoklavkessel ausgehärtet. Durch die gleichmäßige Verteilung der Poren entsteht ein Baustoff mit dem geringsten Eigengewicht aller verglichenen Wandsteine, der problemlos zu großen Formaten verarbeitet werden kann.

Die Wärmedämmfähigkeit ist mit Abstand die beste aller Wandbausteine, allerdings ist die Schalldämmung auch die schlechteste. Die Bausteine können bequem in Form gesägt und mit einem Klebemörtel sparsam ohne Wärmebrücken verbaut werden. Der beim Sägen entstehende feine Staub ist möglicherweise gesundheitsschädlich. Es gibt mit Stahl bewehrte Elemente wie Fertigstürze, Dach- und Deckenplatten sowie Wandelemente. Das Material hat aufgrund seiner Leichtigkeit eine geringe Wärmespeicherfähigkeit. Porenbeton ist stark hygroskopisch und muß deshalb mit wasserabweisenden Putzen versehen werden, die meist Kunststoffanteile enthalten. Normaler Innenputz haftet nicht ohne eine kunststoffhaltige Haftgrundierung. Daneben liegt auch beim Porenbeton der ökologische Hauptkritikpunkt im relativ hohen Zementanteil.

  • Leichtbetonsteine: Wärmeleitfähigkeit 0,14 - Rohdichte 600 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 450 kWh/m³ (Blähtonbeton) bzw. 200 kWh/m³ (Bimsbeton)
  • Kalksandleichtsteine: Wärmeleitfähigkeit 0,13 - Rohdichte 600 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 400 kWh/m³
  • Porenbetonsteine: Wärmeleitfähigkeit 0,11 - Rohdichte 350 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 400 kWh/m³

Beton, Estrich und Mörtel

Beton, eine Mischung von Zement und Sand, Kies oder Splitt, wurde schon von den Römern zum Bauen verwendet. Doch erst seit den 60er Jahren unseres Jahrhunderts avancierte Beton zu einem der wichtigsten Baustoffe. Beton kann in fast jede Form gegossen werden und durch Variierung der Zuschlagstoffe verschiedene Funktionen übernehmen. Wegen seiner hohen Druckfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Wasser ist Beton auch im ökologischen Bauen aus manchen Bereichen, man denke etwa an Fundamente, nicht wegzudenken. Armiert mit Stahleinlagen kann er Druck- und Zugkräfte aufnehmen und eignet sich daher vorzugsweise für freigespannte Decken, Träger und Stürze. Auch hat Beton gute wärmespeichernde und schalldämmende Wirkung. Andererseits hat er die schlechteste Wärmedämmung aller mineralischen Baustoffe, kann nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen und unterbindet Wasserdampfdiffusion. Zuschläge von Bims, Blähton, Blähschiefer (Perlite) oder Polystyrol machen ihn zu besser wärmedämmendem Leichtbeton. Bei Verwendung von Hüttenschlacke und Flugasche im Zement und bei Naturbims als Zuschlag ist mit erhöhter Radioaktivität zu rechnen. Auf die Gefahr von Kontaktdermatitits bei Verwendung von chromatreichem Zement sei erneut hingewiesen. Es gibt eine Vielzahl von Zusätzen und Hilfsstoffen, die möglicherweise zu einer Gesundheitsbelastung bei der Verarbeitung oder Schadstoffabgabe führen können, wie Erstarrungsverzögerer oder -beschleuniger, Stabilisatoren, Dichtungsmittel, Trennmittel und Verflüssiger. Zum Einsatz kommen hier unter anderem Ligninsulfonate, Polyacrylate, Saccharose, Silikate, Formiate, Fettsäuren, Mineralöle, Celluloseether und viele andere Stoffe mit ungeklärter Toxizität, zum Teil Salze und Tenside mit hautreizender oder ätzender Wirkung.

Estrich ist ein Fußboden aus einer weich aufgetragenen Masse, die nach Erhärten eine fugenlose Fläche bildet, auf der der eigentliche Bodenbelag aufgebracht wird. Der Estrich wird entweder direkt auf den tragenden Untergrund, oder auf eine Trennschicht (z.B. Ölpapier), oder auf eine Dämmschicht "schwimmend" verlegt. Der gebräuchlichste Estrich ist der Zement- oder Betonestrich. Das ist nichts anderes als Beton einer bestimmten kleinen Körnung (< 8 mm), der gegebenenfalls mit Verflüssigern besonders dünnflüssig gemacht wurde ("Fließestrich"), damit eine völlig glatte, ebene und "im Wasser" stehende Fläche entsteht. Fließestrich gibt es auch als Anhydrit- oder Gipsestrich. Zementestrich ist ein guter Wärmeleiter und eignet sich deshalb besonders als Aufbau über einer Fußbodenheizung. Allerdings ist es üblich, dem Zementestrich erhebliche Mengen an Kunststoffzusätzen, unter anderem umweltschädliches PVC, samt Lösemitteln beizufügen, die weniger Wassereinsatz notwendig machen und damit eine schnellere Begehbarkeit und Austrocknung ermöglichen, aber zugleich auch ökologische und gesundheitliche Bedenken auslösen.

Eine Alternative vor allem bei der Altbausanierung, bei der das Gewicht der Estrichplatte nicht zu groß sein darf, ist der Gußasphalt-Estrich. Er besteht im wesentlichen aus Bitumen und einem Zuschlagstoff und wird heiß eingebracht. Zur Herstellung von Asphaltestrich wird viel Primärenergie benötigt. Bitumen ist ein Abfallprodukt der Erdölraffination und steht nach der MAK-Liste im begründeten Verdacht auf krebserzeugendes Potential. Allerdings bezieht sich dieser Krebsverdacht nur auf bestimmte Bitumentypen aus Steinkohlenteer, sowie auf Vermischungen mit Teerkomponenten und Crackbitumen, die erhebliche Mengen an polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) enthalten. "Reines", schonend destilliertes Bitumen soll hingegen keine gesundheitsschädlichen Komponenten enthalten. Für den Verbraucher ist allerdings der Unterschied nicht ohne weiteres zu erkennen.

Mörtel besteht aus einem Bindemittel wie Kalk oder Zement, Zuschlägen, vor allem Sand, und meist noch diversen chemischen und wärmedämmenden Zusätzen. Da speziell beim Mauern häufig Hautkontakt zum Material entsteht, sei erneut auf die Gefahr von chromatreichem Zement und auf die generell hautreizende alkalische Wirkung hingewiesen. Man unterscheidet grob zwischen normalem Mauermörtel und Leichtmauermörtel, der zum Vermauern hochwärmedämmender Bausteine eingesetzt werden muss. Wenn hierfür normaler Mörtel genommen würde, entstünden erhebliche Wärmebrücken. Außerdem gibt es noch Vormauermörtel, der vollfugig für das Aufmauern von Vormauerwerk im zweischaligen Bauen eingesetzt wird und auf die dort verwendeten Klinker und Vormauersteine abgestimmt ist. Damit vom Betonwerk fertig auf die Baustelle angelieferter Frischmörtel möglichst lange verarbeitbar bleibt, zugleich aber im Mauerwerk schnell hart wird, muß er mit chemischen Mitteln versetzt werden. Besonders abzulehnen ist Epoxidharzmörtel. Der ist zwar druckfest und stabil, enthält aber den krebserzeugenden Wirkstoff Epichlorhydrin. Epoxidharz hat dazu allergisierende Wirkung und reizt die Augen.

  • Beton: Wärmeleitfähigkeit 2,1 - Rohdichte 2300 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 500 kWh/m³
  • Stahlbeton: Rohdichte 2400 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 1850 kWh/m³
  • Betonestrich: Rohdichte 2300 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 750 kWh/m³
  • Gußasphaltestrich: Rohdichte 900 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 1950 kWh/m³
  • Zementmörtel: Rohdichte 2000 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 300 kWh/m³

Putze

Bei Putz unterscheidet man zwischen Außenputz und Innenputz. Während Außenputz im wesentlichen aus Kalk oder Zement, Sand und Zusatzstoffen besteht, ist im Inneren der empfindlichere Gips das Bindemittel der Wahl. Außenputze mit hohem Zementanteil dichten das Mauerwerk gegen Spritzwasser ab, verhindern aber auch eine Wasserdampfdiffusion. Dasselbe gilt grundsätzlich für Kunstharzputze, die allerdings unter Verwendung von Silikonharzen auch diffusionsoffen eingestellt sein können. Ansonsten kann es passieren, dass eingedrungene Feuchtigkeit Putzteile abplatzen läßt. Die gelegentlich verwendeten Reaktionsharze wie ungesättigte Polyester, Methylmethacrylharze, Epoxidharze und Polyurethanharze stammen aus umweltbedenklicher Herstellung. Giftige Isocyanate und krebserzeugendes Epichlorhydrin können ausgasen. Den Silikonharzen sind zumeist Konservierungsstoffe zugesetzt, weil die organischen Komponenten sonst ein gefundenes Fressen für Pilze und Algen würden. Ob tatsächlich Chemikalien aus dem Putz ausgasen, ist bis jetzt allerdings noch nicht untersucht worden.

Kunstharzaußenputze haben den Vorteil, dass sie auch in dünnem Auftrag elastisch und rissefrei bleiben und sie beliebig durchgefärbt werden können, während mineralische Putze in einem gesonderten Arbeitsgang gestrichen werden müssen. Dennoch ist im Normalfall der klassische Putz aus Kalk und Sand vorzuziehen, der Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann und in dem der Kalk selbst desinfizierend wirkt. Zementhaltige Putze können das giftige Chrom VI enthalten, das für 90 Prozent der Maurerexzeme verantwortlich ist. Stark chromathaltige Putze müssen den Warnhinweis R 43 ("Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich") tragen. Außenputze können auch mit Zuschlägen vor allem von umweltbedenklichem Polystyrol oder empfehlenswertem Blähschiefer (Perlite) als Wärmedämmputze ausgelegt werden, die erheblich zur Dämmung der Wand beitragen.

Innenputze enthalten zumeist Gips, der mit seiner porigen Struktur gute feuchtepuffernde Eigenschaften hat. Gipsputze haben gute Verarbeitungseigenschaften, weil sie auf verschiedenen Untergründen besser haften als Kalkzementputze. Auch Innenputze können mit Kunstharzen versetzt sein, um sie z.B. abwaschbar zu machen, dies ist wegen der möglichen Ausgasungen jedoch generell abzulehnen. Wachsende Bedeutung bekommen Lehmputze, die das Raumklima positiv beeinflussen. In jüngerer Zeit kommt es wieder verstärkt in Mode, die Wände nicht zu tapezieren, sondern nur zu verputzen. Das macht verschiedene dekorative Putztechniken wieder aktuell.

Damit Putz vor allem auf sandenden Untergründen besser haftet, muss mit einer flüssig aufgetragenen Grundierung oder Haftbrücke auf Cellulose- oder Kunststoffbasis gearbeitet werden. Bei größeren Rissen und unterschiedlichen Materialien im Untergrund, insbesondere über Holz oder Metall müssen Putzträger zum Einsatz kommen, die aus Kunststoffgittern, Schilfmatten oder Metallgeflecht bestehen können. Für eine saubere Ausbildung und dauerhaften Schutz von Ecken und Kanten sorgen Putzschienen, zumeist aus energieaufwendig hergestelltem Aluminium oder verzinktem Stahl, der meist mit umweltschädlichem PVC überzogen ist.

  • Kunstharzputz: Rohdichte 1300 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 3300 kWh/m³
  • Kalkzementputz: Rohdichte 1800 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 1400 kWh/m³
  • Gipsputz: Rohdichte 1400 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 750 kWh/m³

Bauplatten

Die gängigsten mineralischen Bauplatten für den Innenausbau sind Gipskarton- und Gipsfaserplatten. Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern, der mit Karton ummantelt ist und dadurch die erforderliche (Zug-)Festigkeit und Biegesteifigkeit bekommt. Die Platten haben zumeist das Format 125x250x1,25 cm. Sie werden vor allem für Wand- und Deckenbekleidungen sowie als Beplankungen für Montagewände eingesetzt. Es gibt sie auch als Feuerschutzplatten mit einer Glasfaser-Armierung, sowie mit Imprägnierungen gegen Feuchtigkeit, die Fungizide enthalten können. Gipskartonplatten sind nach Untersuchungen von ÖKO-TEST weder mit halogenorganischen Konservierungsstoffen behandelt, noch zeigen sie erhöhte Werte an Radioaktivität oder Schwermetallen. Sie sind damit empfehlenswert.

Das gleiche gilt auch für Gipsfaserplatten. Sie bestehen aus einer homogenen Masse aus Gips und Zellulosefasern aus Altpapier, die nach Zugabe von Wasser unter hohem Druck zu Platten gepreßt werden. Sie sind stabiler als Gipskartonplatten, es gibt sie als raumhohe Formate, ähnlich der Gipskartonplatte, und als handliche Ein-Mann-Platte im Format 100x150x1 cm. Gipsfaserplatten sind ohne Zusätze feuchtraumgeeignet und als Feuerschutzplatten einsetzbar und auch aus diesem Grund den Gipskartonplatten überlegen. Es gibt sie auch als Trockenestrich-Fußbodenelemente mit einer Art Nut-Feder-System, bei dem jeweils zwei Platten versetzt aufeinandergeleimt sind.

  • Gipskartonplatte: Rohdichte 900 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 850 kWh/m³
  • Gipsfaserplatte: Rohdichte 1100 kg/m³ - Primärenergiegehalt ca. 900 kWh/m³